Dieser Tisch wurde als Teil eines Ausstellungskonzepts der Marmorfigurengruppe "Ägineten" für die Glyptothek in München in Zusammenarbeit mit Hannah Kneisley entwickelt. Lange war die richtige Aufstellung der Figuren ein Rätsel, an dem sich viele namhafte Archäologen versuchten. Außerdem sind die Ägineten eines der bedeutendsten Werke der griechischen Bildhauerei, da sie in sich zwei Stilrichtungen vereinen. Ursprünglich waren die Figuren Teil des Giebels eines griechischen Tempels, weshalb man auch von Giebelkompositionen spricht.
Mithilfe dieses Tisches können die unterschiedlichen Aufstellungen bzw. Giebelkompositionen des Westgiebels, die es im Laufe der Zeit gab, miteinander verglichen werden. Dieser Vergleich ist notwendig, da sie sich auf den ersten Blick sehr ähneln, tatsächlich jedoch einige wesentliche Unterschiede aufweisen. Dazu werden relevante Hintergrundinformationen aufgezeigt und veranschaulicht.
Der Vergleich funktioniert durch das Übereinanderlegen von bedruckten, transparenten Folien. Auf jede der drei am Tisch befestigten Folien ist jeweils eine Giebelkomposition mit den passenden Hintergrundinformationen aufgedruckt. So kann man zwei Giebelaufstellungen direkt und visuell miteinander vergleichen. Dabei sind nur die für den Vergleich relevanten Informationen sichtbar. Die Funktionsweise dieses Austellungstisches ist für den Benutzer intuitiv und leicht verständlich.

Die einzelnen Elemente innerhalb dieser Infographik haben verschiedene Aufgaben:
Die Farbe definiert den jeweiligen Giebel, von denen es drei unterschiedliche gibt. Die Schraffur in den Figuren bzw. in einzelnen Figurenteilen fällt erst auf den zweiten Blick auf; sie veranschaulicht in Kombination mit der unten stehenden Legende spezielle Aspekte der jeweiligen Komposition. So werden in einer möglichen Variante  die Ergänzungen der teilweise zu Bruch gegangenen Figuren deutlich gemacht, in einer weiteren Komposition werden den Figuren Namen aus der griechischen Mythologie zugewiesen.
Die Glyptothek ist wegen Umbau ab Oktober 2018 für etwa zwei Jahre geschlossen. Dies war der Anlass, die Ausstellung der Ägineten zu überdenken und eventuell neu zu konzipieren. Ein großes Augenmerk legt die Museumsleitung darauf, das Raumempfinden und die Beziehungen von Raum und Figuren in der Glypthothek nicht zu stören. Aus diesem Grund ist dieser Prototyp eines Ausstellungstisches an die derzeitigen Farben und Materialien der Äginetenaustellung angepasst. Die Ausstellung präsentiert die Figuren auf einem steinernen Sockel, der von stählernen U-Profilen getragen wird. Bei der Wahl der Materialien für den Tisch wurde dieses Konzept miteinbezogen,‚ so dass er sich nahtlos, auch nach der Erweiterung, in die Ausstellung einfügt.
Es sind drei Primärfarben für die drei abgebildeten Giebel festgelegt. Sie sind so gewählt, dass der Betrachter sie als Signalfarbe und somit als Farbe mit Bedeutung erkennen kann, sie jedoch nicht von den tatsächlichen, dort ausgestellten Figuren ablenken. Die Sekundärfarbpalette ist ebenfalls auf den Äginetensaal in der Glyptothek abgestimmt, sodass sie sich in das Gesamtbild der Ausstellungsräume einpasst.
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